China-Austausch: Die Reise nach Peking

Wer an China denkt, dem tauchen vermutlich direkt Bilder von schlitzäugigen Menschen, Tempeln, Reis, Gerichten, die Hunde und Katzen beinhalten, und Schriftzeichen vor den Augen auf. Doch ist das wirklich alles, was China ausmacht?

Unsere Reise nach Peking, China, 12.05.-21.05.2019
Allgemeines von Merit
Wenn man die Chinesen mal genauer betrachtet, findet man vor allem erst mal heraus, dass diese sehr offene und gastfreundliche Menschen sind, auch wenn dies einem auf Anhieb nicht so vorkommen mag. Denn wenn man kein Mandarin beherrscht und auch gerade keinen Übersetzer zur Hand hat, ist es oftmals unmöglich mit ihnen, aufgrund fehlender Englischkenntnisse, in Kontakt zu treten und beim Zusehen wie sie miteinander sprechen, sollten sie gerade mal nicht am Handy sehen, kann es einem auch passieren, dass man ihren Tonfall als eher rüde aufgreift. Doch auch die positiven Eigenschaften der Chinesen verdrängt man gerne mal, wenn man sie auf den Boden spucken, furzen, schmatzen oder rülpsen sieht und hört. Doch dies gehört hier wohl einfach mit zur Kultur.
Was das Essen betrifft, unterscheiden sich die chinesischen Familien sehr. Hier kann es zum einen vorkommen, dass man Suppe oder anderes warmes, herzhaftes Frühstück serviert bekommt oder einfach Müsli isst. Zum Abendessen gibt es meist Nudeln, Reis oder sonstige (oftmals auch gerne fettige) chinesische Spezialitäten, die jedoch alle keine Haustiere beinhalten. Wer sich bis hierhin noch nicht hat abschrecken lassen, ist hoffentlich auch immun gegen Löcher im Boden statt richtiger Toiletten. Denn die Chinesen scheinen keine großen Fans von unseren westlichen Toiletten zu sein und hocken sich stattdessen lieber über ein Loch im Boden und dies teilweise nicht nur auf öffentlichen Toiletten sondern auch gerne mal zu Hause.
Fahranfänger sollten auf den erstaunlich gepflegten Straßen Pekings das Steuer lieber einem Erfahrenen überlassen, da die Chinesen kaum Straßenregeln zu befolgen scheinen. Anders als in Deutschland, wo man fast blind über einen Zebrastreifen oder eine grüne Ampel gehen kann, gilt in China wohl mehr das Gesetz „Geh, wenn du dich traust“. Doch auch Fahrradfahrer sollten sich hüten. Deshalb empfiehlt es sich, hier die U-Bahnen zu nutzen, die, auch wenn sie zu jeder Tageszeit überfüllt sind, immerhin regelmäßig fahren. Aber vorher bitte die Sicherheits- und Ticketkontrollen passieren, auf die man überall trifft, denn Schwarzfahren ist hier absolut unmöglich und auch bei dem Versuch, über die Zugangssperren zu klettern, wird man aufgrund einer Alarmanlage aufgehalten. Möchte man nun in die Bahn einsteigen, wird man schnell bemerken, dass anders als bei uns niemand vorher wartet, um die bisherigen Passagiere aussteigen zu lassen, sondern man sich direkt in die Menschenmasse hineindrängt.
Auch auf chinesische Paparazzis, die auf der Suche nach Europäern sind und überall heimlich Fotos oder Videos von ihnen machen, trifft man zur jeder Zeit. Und weil unsere Haut ja so anders ist im Gegensatz zu der der Asiaten, wird man möglicherweise auch gerne mal angefasst. Nur in der Schule ist man vor ihnen sicher, bis chinesische Schüler einen entdecken, einem ewig nachgucken oder schockiert blicken, wenn man kurze Hosen trägt oder der Bauch und die Schultern zu sehen sind. Denn in China ist es nicht üblich, dass man etwas trägt, worin man sich wohl fühlt und hübsch findet, sondern eher den … ähm Pyjama, oder ist das doch deren Schuluniform? Denn diese besteht aus einem drei Nummern zu großen Jogginganzug, der bis zum Hals hin alles verdeckt. Auch Schminke und offene lange Haare sind hier ein Tabuthema, sowie Beziehungen in der Schule.
Da scheinen wir es ja teilweise doch noch ganz gut zu haben…

 


 

Unsere Schülergruppe aus der EF verlebte mit Frau Lücking und Herrn Kuckelberg einige aufregende Tage in Chinas Hauptstadt. Die Schülerinnen und Schüler waren in Gastfamilien untergebracht und besuchten einen Teil der Unterrichtsstunden an unserer Austauschschule Chen Jinglun High School. Viele Unterrichtsstunden wurden extra für uns gestaltet, zum Beispiel eine Geschichtsstunde über chinesische Schriftzeichen oder eine Kunststunde, in der wir lernten, besonders schöne Lotusblumen zu malen. Einige gemeinsame Ausflüge standen ebenfalls auf dem Programm, so etwa der Besuch der verbotenen Stadt, des ehemaligen Kaiserstadtviertels in Peking. Hier findet ihr einige Berichte und Fotos.
Während unseres Aufenthalts schmiedeten wir bereits Pläne für den Besuch der chinesischen Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Unsere Top 3: Essen im „chinesischen“ Restaurant, ein Waldspaziergang als Kontrast zur riesigen Millionenstadt Peking und ein Ausflug ins Phantasialand!
 
Tagesberichte von Nele, Leoni, Isabeau, Johanna, Priska, Niklas und Isabel
Gartenausstellung
Am dritten Tag unseres Austausches ging es für uns zusammen mit unseren Austauschschülern zum World Horticultural Exhibitions Park. Wir haben uns alle um 7:30 Uhr an der Schule getroffen und sind gemeinsam mit dem Bus zum Park gefahren. Zwei Stunden später sind wir dort angekommen. Da der Park sehr groß ist und viele Besucher hatte, mussten wir erst mal ein paar Minuten warten, bis wir endlich in den Park durften.
In dem Park gab es verschiedene Ausstellungen, z.B über neue Technik, doch hauptsächlich konnte man sich viele Blumenausstellungen anschauen. Als erstes haben wir uns gemeinsam als Gruppe eine Ausstellung über Technik, die es in der Zukunft geben könnte, angeschaut. Danach haben wir uns in Kleinruppen aufgeteilt und durften den Park weiter erkunden. Unsere Gruppe hat sich dazu entschieden, den Botanischen Garten anzuschauen, jedoch mussten wir dort eine Stunde anstehen, weshalb die Zeit dann auch schon fast vorbei war. Da es überall so eine lange Wartezeit gab, und wir nicht genug Zeit hatten, da wir ja auch wieder zurück fahren mussten, konnten wir leider nicht viel vom Park sehen.
Gegen 14 Uhr sind wir dann wieder zur Schule zurück gefahren, und dann endete auch schon das gemeinsame Programm. Den restlichen Abend haben wir dann mit unseren Austauschschülern bei den Familien verbracht, und ein paar von uns sind noch mit der Subway in eine Shopping Mall gefahren.
 
Schulstunden und Ausflüge
Der Morgen des vierten Tages begann damit, dass wir Schriftzeichen übten und gezeigt bekamen, wie das Schriftzeichen für die „Freundschaft zwischen China und Deutschland“ aussieht. Danach besuchten wir die alte Middle School unserer Austauschschüler und wurden mit selbst gemachten Armbändern, englischem Gesang und einem klassischen chinesischen Musikstück in Empfang genommen. Die Sechstklässler spielten dieses Stück auf einem für uns unbekannten Instrument und ließen es ein paar von uns ausprobieren.
Daraufhin gingen wir in das selten geöffnete Schmetterlingsmuseum der Schule, in dem es die unterschiedlichsten Schmetterlingsarten zu bestaunen gab. Außerdem zeigte uns de Kunstlehrerin, wie man einen traditionellen chinesischen Türklopfer bastelt und verriet uns die Geschichte dahinter.
Als nächstes besuchten wir den Ho Hai Park. Dieser Park stellt viele Sachen über Konfuzius‘ Leben und seine Lebenseinstellung aus und zeigt mit Nachbildungen, wie es früher in Konfuzius‘ Stadt aussah. Er war ein chinesischer Philosoph der die Ansicht hatte, dass jeder das Recht auf Bildung hat und dass Ehrlichkeit das Wichtigste ist, vor allem in Beziehungen und in der Politik.
Der letzte offizielle Ausflugsort an diesem Tag war ein großer und schöner See. Anschließend trennten sich unsere Wege und wir unternahmen etwas mit unseren Austauschfamilien. Einige von uns gingen zu einem Einkaufszentrum, andere jedoch gingen essen oder trafen sich zu Hause mit anderen Freunden und hatten Spaß.
 
Zoo und Tai Chi
Freitagmorgen sind wir in den Zoo gefahren. Das Highlight dort waren die vielen Pandas, ansonsten war der Zoo gar nicht so besonders. Er war nicht so schön wie unser Kölner Zoo und hatte auch viel zu kleine Gehege für die Tiere, was man auch an den Tieren gemerkt hat, da diese entweder sehr schwermütig waren oder wie verrückt vor dem Gitter hin und her gerannt sind.
Zum Mittagessen ging es wieder in die Schule, wo wir danach eine Musikstunde hatten, in der wir ein chinesisches Lied gelernt und gesungen haben. Am Nachmittag bekamen wir einen Tai Chi Kurs. Dort lernten wir eine Schrittfolge, die wir dem Lehrer nachmachen sollten. Es war gar nicht so einfach, das alles genau so zu machen wie es uns gezeigt wurde. Außerdem haben wir die Position gelernt, in der man im Tai Chi meditiert. Zum Meditieren stellt man sich hin, die Knie leicht angewinkelt und die Arme vor sich ausgestreckt, wie ein O geformt. Die Augen kann man dabei geschlossen halten. Nun versucht man, nicht nachzudenken und nur seinen Körper zu spüren. Wir haben dies für einige Minuten gemacht, unser Tai Chi Lehrer allerdings hat uns erzählt, dass er selbst schon 12 Stunden lang meditiert hat.
 
Die chinesische Mauer
Am Sonntag dem 19.05.2019 war der Tag an dem kein geplantes Programm anstand und alle machen konnten was sie wollten. Da die chinesische Mauer nicht als Ziel der letzten Tage und auch nicht der kommenden Tage geplant war, waren wir uns alle einig, dass wir dorthin wollten und haben mit den Austauschschülern beschlossen, dass wir uns alle vor Ort treffen.
Manche haben sich zusammen getan und einen Bus gemietet, der Rest ist mit der Austauschfamilie im Auto dorthin gefahren. Als wir uns alle vor Ort trafen, kauften unsere Familien uns netterweise das Ticket für den Eintritt. So waren wir also alles auf dem langen langen Weg, der uns zur Mauer brachte. Er bestand aus ca. 10.000 steilen Treppenstufen und fühlte sich unendlich lang an. Es war sehr anstrengend, doch letztendlich haben wir es alle geschafft. Und ganz ehrlich, es hat sich mehr als gelohnt! Die Aussicht war super schön und die Mauer an sich war interessant anzusehen. Als wir wieder unten ankamen, gingen viele von uns in Souvenirshops. Danach teilten wir uns wieder auf und ein paar gingen zusammen mit ihren Familien essen. Abends mussten die meisten Austauschschüler Hausaufgaben machen, was aber nicht schlimm war, da wir uns ausruhen konnten.
 
 
Mo Science Festival und Green View Park

Science Festival. Was genau kann man sich darunter vorstellen? Vermutlich denken die meisten Menschen nun an einen großen Raum mit mehreren Ständen an denen wissenschaftliche Forschungen, Erfolge oder ähnliches vorgestellt werden (eine Vorstellung, die auch innerhalb unserer Gruppe weit verbreitet war); doch als wir an unserem Ziel ankamen wurden wir eines besseren belehrt.
 
Vor uns befand sich ein sehr modernes, neu aussehendes Gebäude dessen Fassade praktisch ausschließlich aus getönten Scheiben bestand. Auch als wir hinein traten verlor das Gebäude nicht unser Interesse. In der Eingangshalle prangte ein großer, roter Feuerball, welcher die Sonne darstellen sollte, doch das war nicht das eigentliche Highlight dieser Halle. Die Autos welche sich unter der Sonne befanden ließen uns alle erst einmal staunen. Erstens, weil sie ein bisschen so aussahen als wären sie einem Sciencefiction-Film entsprungen und zweitens, weil unser Guide uns erklärte, dass in der Außenfassade der Autos Solarmodule eingebaut waren, sodass sie sich während der Fahrt aufladen können. Diese Autos sind leider jedoch noch lange nicht so weit dass es denkbar wäre sie in näherer Zeit auf den Markt zu bringen.
 
Im weiteren Verlauf wurden wir durch mehrere ..Stationen“ geführt. Bei der ersten Station wurden wir in einen zugegeben atemberaubenden Raum geführt. Die Wände waren mit Monitoren besetzt, welche ein wunderschönes Bild aus dem Weltraum ausstrahlten. Sobald man den Raum betrat kam man sich vor als hätte man die Erdatmosphäre verlassen und wäre nun irgendwo ganz tief im Weltall. Als wir dann alle genug gestaunt hatten, spielte unser Guide auf diesen Monitoren einen Film ab, der uns über Sonnenenergie informieren sollte. Wie schon davor das Bild war auch der Vortrag/Film wunderschön dargestellt.
 
In den darauf folgenden Stationen wurden uns vielerlei Dinge erklärt. Im ersten Raum wurden wir darüber informiert wie es in China mit Solarenergie aussieht. China hat in den letzten Jahren viel Geld in Sonnenenergie gesteckt und ist auf weltweiten Rankings des Themas auch immer bei den ersten drei Ländern dabei. Danach wurde uns der Prozess der Herstellung eines Solarmoduls erklärt und auch noch ein wenig über die Geschichte des Themas erzählt. Im nächsten Raum wurden uns Dinge gezeigt, bei welchen schon Solarenergie genutzt wird. Darunter war beispielsweise ein Sonnenschirm an welchem man sein Handy aufladen kann, aber auch Dinge, die in der Raumfahrt genutzt werden. Anschließend wurden wir in einen Raum geführt, welcher Pläne für zukünftige Bauunternehmungen enthielt. Ziel ist es, ein Netz aus Solarmodulen zu entwickeln, mit jeweils einem Verteiler für jedes Viertel. Zum Schluss wurden wir noch in ein kleines Kino geführt wo uns dann ein Video zu den zukünftigen Vorhaben gezeigt wurde. Der Film machte das Ziel klar: Solarenergie als Hauptenergiequelle und Modernisierung (d.h intelligente Häuser etc.).

Der Tag war ziemlich interessant, auch wenn es praktisch einfach eine große Vorstellung der Firma Hanergy war (denn alles in diesem Gebäude war von ihnen), denn so oder so sind ihre Erfindungen und Zukunftspläne Innovativ und wichtig für unsere Zukunft. Davon mal abgesehen war die Führung auch sehr anschaulich gestaltet.

 
Unsere Rückreise

Gegen 5:00 Uhr wurde ich wach und fing an mich fertig zu machen, meinen Koffer hatte ich bereits am Vortag gepackt. Zum Frühstück gab es unter anderem Dumplings. Dumplins kann man sich ungefähr wie Tortellini vorstellen mit einer Fleisch-Gemüse-Füllung. Dazu gab es noch ein gekochtes Ei und ein Rührei mit Sojasoße wie jeden Morgen.
Nach dem Frühstück packte ich noch ein paar meiner Sachen zusammen und fuhr gemeinsam mit meiner Austauschschülerin und ihrer Mutter zur Schule. An der Schule angekommen traf ich schon auf ein paar meiner Mitschüler. Als schließlich alle versammelt waren verabschiedeten wir uns  von den Chinesen und stiegen in den Bus ein, welcher uns zum Flughafen brachte. Am Flughafen angekommen mussten wir es erst einmal durch die Kontrollen schaffen. Dies verlief aber eigentlich ganz reibungslos im Vergleich zur Gepäckabgabe, bei der es zu ein paar Komplikationen kam, denn zum einen mussten wir es schaffen unter 23kg mit unseren Koffern zu bleiben und zum anderen hatten einige Mitschüler noch eine Powerbank in ihren Koffern verstaut, was jedoch nicht erlaubt war und daher wieder ausgepackt werden musste.
Im Anschluss hatten wir dennoch etwas Zeit am Flughafen und holten uns gemeinsam einen Kaffee bei Starbucks. Danach ging‘s ab in den Flieger.
Die 10 Stunden Flug waren echt gut machbar, man bekam unter anderem zwei warme Mahlzeiten, bei der ersten konnte man wählen zwischen Hähnchen mit Reis und Gemüse oder Pasta und bei der zweiten gab es noch einmal Reis mit Gemüse. Außerdem konnte man auf kleinen Monitoren Filme gucken, Musik hören oder Spiele spielen, daher verging die Zeit echt mega schnell. In Amsterdam stiegen wir dann um in das nächste Flugzeug welches uns wieder zurück nach Deutschland zu unseren Familien brachte.
Trotz ein wenig Verspätung ging auch dieser Flug richtig schnell vorüber und auch hier bekamen wir eine Kleinigkeit von der Fluggesellschaft. In Düsseldorf gelandet holten wir noch unsere Koffer und liefen zu unseren Familien die wie wir auch überglücklich waren uns wieder zu sehen.